Zeitungsartikel
In Tradition vereint
27.07.2009 - 12:54

27.07.2009 - BIEBRICH

JUBILÄUM Weil Biebrich 19 Geburtstag feiert, kommen die alten 76er zum Kicken

(teg). Gut eineinhalb Stunden nach Ende des Spiels stehen die beiden Traditions-Mannschaften des Sportvereins Biebrich 1919 und des Fußballclubs Biebrich 1976 statt unter der Dusche am Grill. "Heute geht man nach dem Spiel sofort in die Kabine und schnell nach Hause. Früher haben wir sonntags noch bis 20 Uhr zusammen gesessen und gequatscht", erinnert sich Frank Loy, einer der Spieler der 19er. Sein Verein feiert in diesem Jahr 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass hat der Klub befreundete Vereine zu einer Sportwoche geladen, deren geselliger Höhepunkt die interne Jubiläumsfeier "90 Jahre Biebrich 19" im und um das Vereinsheim darstellte.

Mit der untergehenden Sonne und der abfallenden Anspannung nach dem Spiel, das der Geburtstagsverein übrigens mit einem 5:2 für sich entschied, läuft auch das Erinnerungsvermögen der gut 100 Gäste auf Hochtouren. Längst vergessene Anekdoten werden zum Besten gegeben, aber auch aktuelles Geschehen und Ausblicke finden Eingang in die Sportlergespräche am Spielfeldrand.

"Das muss so 1982 gewesen sein, als wir in die Landesliga zu Biebrich 1902 aufgestiegen sind. 1500 Zuschauer müssen in etwa dabei gewesen sein - heute ist so eine Publikumszahl zumindest in dieser Liga undenkbar", blickt Werner Foerster zurück, der zwischen 1978 und 1990 Vorsitzender des aus Biebrich 19 heraus gegründeten, dritten Biebricher Fußballvereins "Biebrich 1976" war. 1992 hat sich dieser wieder aufgelöst - zu besonderen Anlässen kommt die einstige Mannschaft manchmal noch zusammen, um gegen den alten Lokal-Rivalen anzutreten.

Waren die Aktiven der drei Biebricher Fußballvereine in den 80er und 90er Jahren auch starke Konkurrenten auf dem Platz - zwischenmenschlich hat es immer funktioniert. Was sich auch an diesem Erinnerungsabend zeigt: "Viele sind sich in die Arme gefallen und haben sich gefreut wie kleine Jungs, als sie sich vor dem Spiel begegnet sind", sagt Frank Loy angesichts der Spieler beider Mannschaften, die um das Vereinshaus einträchtig Bratwürste verdrücken. Ein bisschen Wehmut schwingt angesichts aktuell schwindender Zuschauerzahlen, Eintrittsgelder und Nachwuchsspieler dennoch mit. "Früher ist man sonntags mit der ganzen Familie auf den Fußballplatz gegangen - meine Kinder sind hier groß geworden, die Frauen waren miteinander befreundet", resümiert Loy, dessen rund 320 Mitglieder zählender Verein zukünftig vor allem die Jugendabteilung stärken und vergrößern will.

Bald drehen sich die Gespräche um legendäre Spiele. Solche wie das unvergessene Biebricher Derby Anfang der 90er Jahre, "als das Spiel am nächsten Tag das Thema Nummer eins am Arbeitsplatz war", wie sich 19er-Vorsitzender Walter Rutz erinnert.


udo


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