SV Biebrich 19
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Vom Null­punkt aus Neus­tart hin­ge­legt
19.10.2017 - 16:09 von udo

SV BIE­BRICH 19 B-Li­gist sta­bi­li­siert sich un­ter Spiel­er­trai­ner Da­lic / Gön­ner stem­men 15 000-Eu­ro-Etat

WIES­BA­DEN (nn). Ein Ver­ein am Null­punkt. So fühl­ten sich die Ver­ant­wort­li­chen des Fuß­ball-B-Li­gis­ten SV Bie­brich 19 im Som­mer. Der Ab­schied von Chef­co­ach Mar­kus Goß­mann nach Run­de­nen­de (nun­mehr bei der Spvgg. Hoch­heim) war be­reits sechs Mo­na­te zu­vor be­sie­gelt wor­den. Doch auch Co-Trai­ner Marc Diehl, der das Kreis­ober­li­ga-Te­am von Bie­brich 02 über­nom­men hat, sag­te Ser­vus. Eben­so Tor­wart­co­ach Thors­ten Schmitz und das Gros des
Ka­ders nebst Ka­pi­tän An­drej Jam­sek. Um ihn soll­te ei­gent­lich ein neu­es Te­am for­miert wer­den. Doch Jam­sek wech­sel­te zu Kreis­ober­li­ga-Club SV Frau­en­stein.

Loy: „Da hin­ter­fragt man sich, ob es noch Sinn macht.“

Sehr zum Leid­we­sen von Frank Loy, der sei­nen Schwie­ger­sohn in spe ger­ne wei­ter im Dress der 19er ge­se­hen hät­te. So aber muss­ten Loy, der seit vier Jah­ren als Ab­tei­lungs­lei­ter fun­giert, Club­chef Die­ter Reich so­wie die wei­te­ren Ver­ant­wort­li­chen und Hel­fer Den­nis Kis, Mi­cha­el Ha­ni­ka, Micha­el Scharf­en­berg und Thors­ten Wil­helm nach dem Aus­ver­kauf den Neus­tart be­werks­tel­li­gen. „Klar hin­ter­fragt man in so ei­ner Si­tua­ti­on. Fragt sich, für wen man das Gan­ze macht und ob es über­haupt noch Sinn macht“, ge­riet Loy vor­über­ge­hend ins Grü­beln. Doch sein „grü­nes Herz“, wie er in An­leh­nung an die Ver­eins­far­be sagt, be­wog ihn zum Wei­ter­ma­chen.

Mit dem neu­en Spiel­er­trai­ner Da­mir Da­lic, der zu­vor beim Li­ga-Ri­va­len VfB West­end tä­tig war, wur­de ein neu­er, laut Loy „to­tal en­ga­gier­ter“ sport­li­cher Steu­er­mann ge­fun­den. Ei­ner, der sei­ne Kon­tak­te spie­len ließ und mit­half, über 20 Neue zum SVB zu lot­sen, der zu frü­he­ren glanz­vol­len Kreis­ober­li­ga-Zei­ten sonn­tags um 11 Uhr stets vor grö­ße­rer Ku­lis­se kick­te. Doch die­se Zei­ten sind längst vor­bei.

Ge­blie­ben ist aber zu­min­dest in dem klei­nen Ver­ein, der nur ei­ne Män­ner­mann­schaft un­ter­hält und des­sen einst flo­rie­ren­de Hand­ball-Ab­tei­lung komplett aus­ge­blu­tet ist, die Ver­bun­den­heit treu­er Gön­ner. Da­zu zäh­len Mal­er­meis­ter Jür­gen Doe­ge se­ni­or, Mi­cha­el Groß und die Gast­stät­te Treffpunkt Bie­brich. „Für die Neu­zu­gän­ge sind al­lein für Pass­an­trä­ge beim Ver­band 600 Eu­ro an­ge­fal­len. Ins­ge­samt ha­ben wir lo­cker 3000 Eu­ro hinge­legt und da­mit bei der Auf­rech­nung mit den Er­lö­sen für die Spie­ler, die uns ver­las­sen ha­ben, de­fi­ni­tiv drauf­ge­legt“, er­läu­tert Loy.

In­klu­si­ve der mo­nat­li­chen Club­heim-Kos­ten in Hö­he von 350 Eu­ro für Strom und Gas, dem Trai­ner-Sa­lär, den Flut­licht- und Schieds­richt­er­kos­ten benö­ti­ge der Ver­ein „ge­fühl­te 15 000 Eu­ro für ei­ne B-Li­ga-Sai­son“, lässt der 54-jäh­ri­ge frü­he­re Tor­jä­ger durch­bli­cken. Zu­sätz­lich bit­ter: Aufgrund nicht vor­hand­ener Schieds­rich­ter kom­men Geld­stra­fe und Punkt­ab­zug hin­zu.

„Vor zwei Jah­ren be­ka­men wir zwei Zäh­ler ab­ge­zo­gen. Da­durch hat uns zur Re­le­ga­ti­ons­teil­nah­me ein Punkt ge­fehlt. Sei­ner­zeit hat­ten wir ei­ne su­per Trup­pe. Viel­leicht wä­re ei­ni­ges ganz an­ders ge­kom­men, wenn wir da­mals auf­ge­stie­gen wä­ren“, sagt Frank Loy im Wis­sen, dass die 19er nun klei­ne Bröt­chen ba­cken müs­sen. Das 3:3 ge­gen Nord und das 4:3 bei Schiers­tein 13 ha­ben für ei­nen Stim­mungs­auf­schwung ge­sorgt, der den Ta­ten­drang beflügelt. „Wenn es vom Bud­get her passt, wer­den wir ver­su­chen, uns im Win­ter zu ver­stär­ken. Es gilt ein­fach, Spaß zu ha­ben, mög­lichst wie­der ei­ne Re­ser­ve zu stel­len und viel­leicht im Ju­bi­lä­ums­jahr 2019 in die A-Li­ga auf­zu­stei­gen“, gibt Fuß­ball-En­thu­si­ast Loy in ei­nem Ver­ein die Richtung vor, der wie­der fes­ten Bo­den un­ter den Fü­ßen ver­spürt.
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Zeitungsartikel » Von Italiens Stränden in die Nationalelf
Zeitungsartikel

Von Italiens Stränden in die Nationalelf
14.11.2012 - 03:00 von udo

14.11.2012 01:00 Uhr - WIESBADEN

Von Stephan Neumann

Das Gefühl, als die deutsche Hymne am 31. Oktober im Stadion der griechischen Stadt Saloniki erklang, war einfach nur überwältigend. „Wirklich Gänsehaut pur“, blickt Lucienne Loy auf den bislang denkwürdigsten Tag als Fußballerin zurück. Im Europameisterschafts-Qualifikationsmatch gegen Rumänien wurde die Außenverteidigerin in der 56. Minute eingewechselt, gab ihr Debüt in der von Anouschka Bernhard trainierten deutschen U 17-Auswahl. Diese gewann 5:0 und hat als Gruppensieger die nächste Qualifikationsphase für die Europameisterschaft 2013 in der Schweiz erreicht.

„Einmal das Trikot mit dem Adler tragen. Da hat sich ein Traum erfüllt“, schwärmt Luciennes Vater Detlef (48), der früher bei Biebrich 19 mit seinem Bruder Frank ein gefürchtetes Offensiv-Tandem bildete. Überhaupt herrscht in der fußballverrückten Familie seit Luciennes DFB-Premiere quasi Happy Hour ohne Ende, wollen die Glückwünsche nicht abreißen.

Die Hauptdarstellerin versprüht bei all dem Trubel Gelassenheit und kommt ganz natürlich rüber. Und zierlich: 1,62 Meter groß, 48 Kilogramm leicht. Als Kunstturnerin oder Leichtathletin würde man die Oberstufenschülerin des Elly-Heuss-Gymnasiums einschätzen. Nicht aber als pfeilschnelle Fußballerin mit unglaublichem Einsatzwillen, die sich im U 16-Jungenteam von Biebrich 02 behauptet und - ausgestattet mit einem Zweitspielrecht - seit dieser Runde parallel mit den B-Juniorinnen des deutschen Frauenfußball-Premiumclubs 1. FFC Frankfurt in der Bundesliga kickt.

Letzte Saison im Jungenteam

Am Samstag gelang Lucienne, die übermorgen ihren 16. Geburtstag feiert, mit Primus FFC (acht Spiele, acht Siege) ein 3:1 über den 1. FC Nürnberg. Anteil am Erfolg hatten ihre in der Offensive spielenden Teamgefährtinnen Samantha Herrmann und Celina Beuter. Die haben den Sprung in die U 15-Nationalelf geschafft, stehen dort mit je einem Tor zu Buche. Samantha spielt parallel bei den Jungs von Biebrich 02, dasselbe gilt für Celina (stammt aus Rauenthal) in Frauenstein.

Auch Lucienne hat seit jeher davon profitiert, bei den Jungen mitzukicken. Angefangen, erzählt ihr Vater, habe alles im Urlaub an Italiens Stränden. „Lucienne wollte immer mitspielen“, erinnert er sich. Fortan entwickelte seine Tochter ungeahnte Begeisterung und Eigenmotivation. Über den SV Biebrich 19, der damals noch Nachwuchsteams hatte, wechselte Lucienne für zwei Jahre zu den Mädchen von Schierstein 08, die in der Jungen-Spielklasse für Furore sorgten. Als in Schierstein die meisten Spielerinnen in den Frauenbereich aufrückten, warf Lucienne vor vier Jahren bei Biebrich 02 Anker, um sich dort in den Jungen-Teams stetig weiterzuentwickeln.

Bereits 2011 wurde die Hessenauswahlspielerin für die Nationalelf gesichtet, fiel aber zwischenzeitlich krankheitsbedingt aus. „Von da ab herrschte erst mal Funkstille, sie war draußen“, empfand Detlef Loy die ohne Absage erfolgte Nichtberücksichtigung als „sehr hart“. Lucienne ließ sich nicht unterkriegen. Beim diesjährigen Leistungstest für die DFB-U 17 in Köln qualifizierte sie sich unter 30 Spielerinnen für den 18er-Kader.

2013 beginnt eine neue Zeitrechnung. Nach der Runde erlischt die Mitspielmöglichkeit bei den Jungen, parallel rückt sie von den B-Juniorinnen zu den Frauen auf. Mit dem nächsten Traumziel „Bundesliga-Spielerin“ im Hinterkopf. Bei aller Freude über das bislang Erreichte dämpft Detlef Loy ein wenig den Enthusiasmus: „Der FFC ist in der ersten Mannschaft gespickt mit Nationalspielerinnen. Das ist vorerst eine Nummer zu groß. Zunächst ist es wichtig, den Fokus auf die Schule zu richten.“ Gleichwohl würde Lucienne nur zu gerne weitere fußballerische Gänsehaut-Momente erleben.


Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/sport/lokalsport/fussball/12590698.htm
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Zeitungsartikel » Aus zwei mach eins - Verschmelzung gelungen
Zeitungsartikel

Aus zwei mach eins - Verschmelzung gelungen
07.04.2010 - 05:03 von udo

07.04.2010 00:00 Uhr - WIESBADEN

JUGENDFUSSBALL 19er und Amöneburg harmonieren

(sep). Platz eins mit 14 Siege aus 16 Partien, 42 Punkte, ein Torverhältnis von 133:23 - die Kreisklassen-Abschlusstabelle der Vorsaison sprach Bände über die Leistungsstärke der damaligen D-Junioren des SV Biebrich 19 auf Wiesbadens Kleinfeldern. Keine Überraschung also, dass die Elf des Trainerduos Marc Diehl und Michael Stielow, die in dieser Spielzeit gemeinsam mit dem Nachwuchs der Spvgg. Amöneburg als JSG Amöneburg/Biebrich 19, auch die C-Jugend-Kreisklasse kräftig durcheinander wirbelt, mit 21 Zählern aus neun Spielen momentan sogar die Spitzenposition einnimmt. Noch vor Lokalrivale Biebrich 02 III, die mit zwei Nachholspielen allerdings die Tabellenführung zurückerobern könnten - ein Sieg im Gipfeltreffen in der kommenden Woche im Nachbarschaftsduell vorausgesetzt.

"Das wird für die 02er aber eine ganz knappe Nummer", verspricht C-Jugend-Coach Michael Stielow. Zumindest knapper als im Hinspiel, das der Verbandsliga-Nachwuchs am dritten Spieltag mit 9:1 für sich entschied. Doch mittlerweile formte das 19er-Trainerduo aus zwei zusammengewürfelten Mannschaften ein homogenes Team. "Unser guter Zusammenhalt ist ganz klar unsere Stärke", erklärt Stielow, "jeder kämpft für jeden, die besseren Spieler unterstützen die schwächeren."

Und der Erfolg gibt dem 29-Jährigen Recht, bringt den C-Junioren, die momentan den Alleinunterhalter in Sachen 19er-Jugendarbeit mimen, für die kommende Saison gar einige Neuzugänge ein. "Eventuell können wir sogar eine B-Jugend stellen", verrät Stielow.

Doch die höhere Altersklasse - Zukunftsmusik für die im Gros im ersten C-Jugend-Jahr befindlichen Kicker vom Dyckerhoff-Sportfeld, die auch im kommenden Jahr in Spielgemeinschaft mit Amöneburg für Furore sorgen wollen. Am liebsten mit Erfolgen gegen den großen Nachbarn Biebrich 02.

JSG Amöneburg/Biebrich 19, Kader: Lorenzo Modica, Edwin Merzbach, Enrico Ferdinand, Jannik R. Kosinski, Nils Loy, Rasit Yilmaz, Tim Johannes Szalay, Emre Serdar, Daniel Lautner, Yannick Loy, Mikel Gruber, Vincenco Ferdinand, Sven Boehringer, Samir Amiri, Andre Niedringhaus, Sebastian Baum, Burak Cokak, Topguel Safak, Jason Häberle, Benjamin Neffati, Samuel Theriz.- Trainer: Marc Diehl, Michael Stielow.


Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/sport/lokalsport/fussball/8717257.htm
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Zeitungsartikel » Letzter Kampf der Hartplatzhelden
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Letzter Kampf der Hartplatzhelden
31.12.2009 - 23:03 von udo

VERBÄNDE Wer versucht, auf Kunstrasen Straßenfußballer zu züchten, ist von einer anderen Welt

Das große Bundesliga-Geschäft überstrahlt scheinbar alles - Wettskandalen und Dopinggerüchten zum Trotz. Aber reden wir mal drüber, wie der Deutsche Fußball-Bund und sein hessischer Landesverband weiterhin mit ihren Amateuren umgehen. Reden wir auch von den Dingen, von denen sonst hier nur viel zu selten oder gut versteckt und in aller Kürze zu lesen ist.

Haben Sie, liebe Leser, in diesem Jahr auch einen Anruf von "Sky" bekommen, dem Premiere-Nachfolger, der sieben Tage Fußball die Woche im Bezahl-Fernsehen bietet? Manche Vereine haben sich genötigt gesehen, in ihren hauseigenen Publikationen ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sie die Adress-Daten ihrer Mitglieder nicht weitergegeben haben. Obwohl der Verband eben genau das von ihnen gewünscht hatte. Ein sitten- und vermutlich sogar rechtswidriges Ansinnen.

"Das ist ein Unding. Es gibt Vereine, die Mitgliederdaten herausgeben", ereiferte sich zum Beispiel Berit Schiefke im September, die Vorsitzende des 930 Mitglieder starken, holsteinischen SV Westerrade in den "Lübecker Nachrichten". Und: "Das würden wir nie machen." Das partnerschaftliche Bemühen von Sky und DFB, den kleinen Vereinen die Zuschauer von den Plätzen wegzulocken und an die Bildschirme zu ziehen, nennt Bernd Schult, der Manager des Lübecker Verbandsligisten Rot-Weiß Moisling "einen Affront gegen die Amateurfußballer. Man sollte mal mehr an uns Amateure denken und nicht immer nur ans große Geld." Der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband hat "bewusst entschieden, das Angebot nicht zu bewerben", erklärte Verbandssprecher Tobias Kruse immerhin. Beim obrigkeitshörigen Hessischen Fußballverband (HFV) mit seinen speziellen Verbindungen zum DFB sieht das natürlich anders aus.

Die Aufregung kann bundesweit mit Zitaten belegt werden. Kommentatoren schütteln mittlerweile selbst auf Politikseiten der Tageszeitungen den Kopf über den DFB. Und schon kommt der nächste Verbands-Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Vereine und seiner Mitglieder. Im Streit mit dem Internetportal "hartplatzhelden.de", das kurze Videoclips mit Spielszenen aus Amateur- und Jugendspielen ins Netz stellt, klagt der Württembergische Fußballverband. Er fühlt sich - wörtlich - als "Leistungserbringer" der Amateurfußballspiele. Die Hartplatzhelden verletzten die Verwertungsrechte des Verbandes.

Der absurde Satz, den der hessische Verbandsgeschäftsführer Gerhard Hilgers einmal im Zusammenhang mit dem Ergebnisdienst "DFB-net" geprägt hat ("Die Ergebnisse auf hessischen Fußballplätzen sind geistiges Eigentum des Verbandes") gewinnt neue Bedeutung.

Natürlich ist auch der HFV in Sachen Internet schon aktiv geworden. Im Sommer hat der Hessische Fußball-Verband den VfL Philippstal aufgefordert, Videos mit Spielszenen, die Klubmitglieder bei "You Tube" hochgeladen hatten, "zeitnah" zu löschen.

Der württembergische Verbands-Justiziar Frank Thumm begründet die WFV-Ansprüche mit der Feststellung, die Spiele seien nur dank der Vorleistungen des Verbandes möglich: "5000 Partien pro Saison finden nicht von allein statt." Aber, lieber Herr Thumm, vor allem nicht ohne die Vereine und ihre Mannschaften. Und - das müssten sie als Jurist eigentlich wissen: Wer ist denn der Verband? Ist das nicht die Gemeinschaft der Vereine? Eine Selbstverwaltungs-Organisation eben jener von Ihnen mit Strafandrohungen verfolgten Mitglieder? Sind den Herren, die versuchen, Straßenfußballer auf Kunstrasen zu züchten, die alten Hartplatzhelden nicht mehr fein genug?

Viele Fußballer sind längst zur der Überzeugung gekommen: Die sind verrückt beim Verband. Oder abgerückt, weit weg jedenfalls von ihren Mitgliedern. Ein Lars Klingenberg schrieb im Internet auf "myheimat.de" zu diesem Thema: "Ich sehe es noch kommen, dass sich Eltern bei den Landesverbänden akkreditieren müssen, damit sie ihre Kinder beim Spiel fotografieren oder filmen dürfen." Es spricht vieles dafür, dass er mit dieser Vermutung Recht behält.

Hat von den Verbands-Oberen mal irgendwer bei seinen Vereinen nachgefragt, ob sie den Eindruck hätten, dass ihnen von dem crossmedialen Brimborium, das der DFB von Internet bis Fernsehen veranstaltet, irgendetwas bei der täglichen Arbeit zu Gute kommt? "Nur denen da oben natürlich", ist stehende Redewendung - und für eine Selbstverwaltungs-Organisation eine Katastrophe.

Als Horst Klee, Vorsitzender von Biebrich 02, dem Vorstand des hessischen Verbandsvorstandes attestierte, er sei von der Basis weit, weit entfernt, empfahl ihm HFV-Chef Hocke, er könne mit seinem Klub ja aus dem Verband austreten. Da strahlt die Arroganz der Macht. Nun wird der größte Fußballverein in der Landeshauptstadt Rolf Hocke den Gefallen nicht tun, aber das Gefühl bei vielen Klubs landauf, landab bleibt: Das ist nicht mehr unser Verband.


Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/wiesbaden/meldungen/8121660.htm
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Zeitungsartikel » In Tradition vereint
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In Tradition vereint
27.07.2009 - 12:54 von udo

27.07.2009 - BIEBRICH

JUBILÄUM Weil Biebrich 19 Geburtstag feiert, kommen die alten 76er zum Kicken

(teg). Gut eineinhalb Stunden nach Ende des Spiels stehen die beiden Traditions-Mannschaften des Sportvereins Biebrich 1919 und des Fußballclubs Biebrich 1976 statt unter der Dusche am Grill. "Heute geht man nach dem Spiel sofort in die Kabine und schnell nach Hause. Früher haben wir sonntags noch bis 20 Uhr zusammen gesessen und gequatscht", erinnert sich Frank Loy, einer der Spieler der 19er. Sein Verein feiert in diesem Jahr 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass hat der Klub befreundete Vereine zu einer Sportwoche geladen, deren geselliger Höhepunkt die interne Jubiläumsfeier "90 Jahre Biebrich 19" im und um das Vereinsheim darstellte.

Mit der untergehenden Sonne und der abfallenden Anspannung nach dem Spiel, das der Geburtstagsverein übrigens mit einem 5:2 für sich entschied, läuft auch das Erinnerungsvermögen der gut 100 Gäste auf Hochtouren. Längst vergessene Anekdoten werden zum Besten gegeben, aber auch aktuelles Geschehen und Ausblicke finden Eingang in die Sportlergespräche am Spielfeldrand.

"Das muss so 1982 gewesen sein, als wir in die Landesliga zu Biebrich 1902 aufgestiegen sind. 1500 Zuschauer müssen in etwa dabei gewesen sein - heute ist so eine Publikumszahl zumindest in dieser Liga undenkbar", blickt Werner Foerster zurück, der zwischen 1978 und 1990 Vorsitzender des aus Biebrich 19 heraus gegründeten, dritten Biebricher Fußballvereins "Biebrich 1976" war. 1992 hat sich dieser wieder aufgelöst - zu besonderen Anlässen kommt die einstige Mannschaft manchmal noch zusammen, um gegen den alten Lokal-Rivalen anzutreten.

Waren die Aktiven der drei Biebricher Fußballvereine in den 80er und 90er Jahren auch starke Konkurrenten auf dem Platz - zwischenmenschlich hat es immer funktioniert. Was sich auch an diesem Erinnerungsabend zeigt: "Viele sind sich in die Arme gefallen und haben sich gefreut wie kleine Jungs, als sie sich vor dem Spiel begegnet sind", sagt Frank Loy angesichts der Spieler beider Mannschaften, die um das Vereinshaus einträchtig Bratwürste verdrücken. Ein bisschen Wehmut schwingt angesichts aktuell schwindender Zuschauerzahlen, Eintrittsgelder und Nachwuchsspieler dennoch mit. "Früher ist man sonntags mit der ganzen Familie auf den Fußballplatz gegangen - meine Kinder sind hier groß geworden, die Frauen waren miteinander befreundet", resümiert Loy, dessen rund 320 Mitglieder zählender Verein zukünftig vor allem die Jugendabteilung stärken und vergrößern will.

Bald drehen sich die Gespräche um legendäre Spiele. Solche wie das unvergessene Biebricher Derby Anfang der 90er Jahre, "als das Spiel am nächsten Tag das Thema Nummer eins am Arbeitsplatz war", wie sich 19er-Vorsitzender Walter Rutz erinnert.


Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/wiesbaden/stadtteile/biebrich/7158075.htm
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Zeitungsartikel » Geburt im "Grünen Wald"
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Geburt im "Grünen Wald"
24.07.2009 - 16:41 von udo

Von Stefan Welkenbach und Heinz-Jürgen Hauzel

SV BIEBRICH 1919 Sportwoche zum 90-jährigen Bestehen

Der Sportverein (SV) Biebrich 1919 feiert sein 90-jähriges Bestehen. Die laufende Sportwoche auf dem Dyckerhoff-Platz und der Festabend am heutigen Freitag im Vereinsheim bilden die Höhepunkte des Jubiläums. "Wir waren immer eine bunte Truppe, hatten nach dem Krieg sogar einmal eine große Karnevalsabteilung", erinnert der heutige Vorsitzende Walter Rutz an eine durchaus interessante Entwicklung. Denn immer, wenn´s den Biebrichern schlecht ging, schlossen sie sich in Vereinen zusammen, um sich das Leben erträglicher zu gestalten.

Im Mai 1919, gerade ein halbes Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs, hoben einige tatkräftige junge Männer den Sportverein im Restaurant "Grüner Wald" in Biebrich aus der Taufe. Im Januar 1946, wieder nur wenige Monate nach Ende eines "Weltensturms", begannen die Mitglieder der 19er mit dem Wiederaufbau ihres Vereins. Fritz Wannagat wurde damals zum Vorsitzenden gewählt. 40 Jahre lang führte er den SV 1919. Sein Name wird auf diese Weise immer eine herausragende Bedeutung in der Vereinsgeschichte behalten.

Handball und Fußball betreiben die "Grünen" in Biebrich. "Wichtig ist vor allem die Arbeit mit den etwa 120 Kindern und Jugendlichen, die wir in den nächsten Jahren kontinuierlich wieder ausbauen wollen. Schließlich soll diese Generation einmal unsere Aufgaben übernehmen", erklärt Rutz, der seinerseits schon seit fast 20 Jahren im Verein tätig ist.

Eine der größten Leistungen des kleineren der Biebricher Fußballklubs war der Bau des Vereinsheims an der Diltheystraße. Nach dem ersten Spatenstich des damaligen Ortsvorstehers Dieter Löber am 16. August 1986 errichteten die 19er in mehr als 1000 freiwilligen Arbeitsstunden ihr eigenes Zuhause. Das hat merklich zur Aktivierung des Gemeinschaftslebens beigetragen. Und nach auch sportlich nicht immer leichten Zeiten ist Walter Rutz heute zuversichtlich: "Nach dem Abstieg der Fußballer in die B-Klasse haben wir uns gut erholt und schauen optimistisch in die Zukunft."

In der Jubiläumswoche werden ohnehin alle Sorgen und Probleme mit Leichtigkeit verdrängt. Der gesamte Verein feiert die Festwoche. Neben dem Turnier wird am heutigen Freitag ein Nostalgiespiel ausgetragen. Die alte Meistermannschaft der 19er wird gegen ein Team mit Spielern des einstigen FC Biebrich 76 spielen und sicherlich einige fußballerische Erinnerungen wachrufen.

Nach dem sich anschließenden, sicher langen Fest (ab 20 Uhr), bei dem in Vergangenheit und Zukunft geblickt werden soll, geht es rasch zurück zum Tagesgeschäft. In der zu Ende gehenden Sommerpause löst der Sport das Feiern wieder ab. Die Aktiven der beiden Abteilungen stehen schon mitten in der Saison-Vorbereitung, schwitzen, um fit zu sein.

"Ich bin sicher, Sport, Zusammengehörigkeitsgefühl und Freundschaft tun jedem gut", betont Walter Rutz: "Nicht nur den Aktiven, sondern allen Menschen, die sich dem Sport verbunden fühlen und ihn lieben."

Die vielen ehrenamtlichen Helfer etwa, die gern am Grill stehen, Trikots waschen oder kühles Bier ausschenken - das alles in den oft nur wenigen Stunden ihrer Freizeit, meist nach einem langen Arbeitstag, wenn andere die Füße hochlegen, oder an einem sommerlichen Wochenende. So zum Beispiel Walter Wolter, der auf der Internetseite zum "19er des Monats" gewählt wurde. Er ist seit langem die gute Seele des Vereins und hilft immer und überall, wenn es mal brennt.

Um den Sportbetrieb, das Angebot für Jugendliche und Aktive aufrecht erhalten und die dabei anfallenden Kosten decken zu können, gründete der Verein einen Förderkreis, dessen Mitglieder dem Verein finanziell unter die Arme greifen. "Wenn sich jedoch alles auf Anhieb ganz leicht regeln ließe, wäre es ein wenig langweilig", sagte Rutz abschließend mit einem Lächeln auf dem Lippen, wohl wissend, dass er und seine Mitstreiter auch in Zukunft eine Menge zu tun haben werden - damit die 19er in zehn Jahren ein noch größeres Fest feiern können.


Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/themen/mein-verein/7146427.htm
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